Ypsomed – Planung und Realisierung der Idealfabrik
Die Produkte von Ypsomed für die Selbstbehandlung von Krankheiten wie Diabetes erfreuen sich weltweit stark zunehmender Nachfrage. IE Plast plante und baute in Schwerin die Idealfabrik auf der grünen Wiese – mit Kapazität zur späteren Verdoppelung.

Wachstumsszenarien von Anfang an mitgeplant.
Auftrag
Planung und Realisierung der Idealfabrik für die Ypsomed AG
Bauherrschaft
Ypsomed AG
Eckdaten
Gemeinsam zum Projekterfolg
Leistungen von IE Group
- Masterplan
- Generalplanung
- Gesamtverantwortung als Generalübernehmer
- Mit Branchen Know-how zur Idealplastfabrik
- Reinraum, GMP-Compliance
- Logistik
- Verdoppelung der Produktionskapazität
Herausforderungen & Lösungen
Alle Wachstumsoptionen im Blick
Weitsichtiges bauliches Vorgehen
Planungssicherheit dank Partnerschaft
Durchgängig flexible Infrastruktur
Sinnvolle Dimensionierung des Reinraums
Das Projekt im Detail
Produktionshalle der Zukunft – die Herausforderung
Angesichts des anhaltenden dynamischen Wachstums baute Ypsomed die Produktionskapazitäten in den letzten Jahren in der Schweiz laufend aus. Als das Potenzial an den Schweizer Standorten ausgeschöpft war, sah sich das Unternehmen nach einem geeigneten Standort für die Herstellung von Pens und Insulinpumpen im Ausland um. Die Wahl fiel auf Schwerin, das hervorragende Rahmenbedingungen für die industrielle Produktion und über reichlich vorhandene Baulandreserven verfügte. Damit waren für die Wachstumspläne von Ypsomed beste Voraussetzungen gegeben.
Eine Idealfabrik im Industriebau mit Reinraum-Implementierung – die Erfolgsfaktoren
1. Ein Unternehmensstandort mit verdoppelten Produktionskapazitäten
Das neue Produktionswerk sollte nicht nur die gegenwärtig erforderliche Produktionsleistung erbringen, sondern auch die zukünftige Nachfrage antizipieren. In einer ersten Phase sah Ypsomed den Betrieb von 60 Spritzgiessmaschinen vor. In einer zweiten Phase des Ausbaus sollten 30 Maschinen hinzukommen. Hoch ambitioniert und eine planerische Herausforderung war die Idee, die Produktionskapazitäten in absehbarer Zeit am selben Standort dann noch zu verdoppeln. Mitwachsen müssten die Reinraumkapazitäten, die Materiallogistik, die Medienversorgung, die Montage- und Verpackungsstrassen und die Lagerkapazitäten. Ypsomed entschied sich, für die Gesamtplanung und Ausführung des Projekts IE Plast als Generalübernehmer einzusetzen. Ausschlaggebend waren das Branchenwissen der IE-Planer, der IE-Planungsansatz «von innen nach aussen», das Know-how zur Reinraum-Implementierung, der Erfolgsfaktor «alles aus einer Hand» sowie die Garantien für Qualität, Termine, Funktion und Kosten. Den Auftakt der Zusammenarbeit bildete die gemeinsame Entwicklung eines Masterplans. Dieser orientierte sich eins zu eins am von IE konzipierten Modell der flexibel erweiterbaren Idealfabrik.
2. Das Modell der Idealfabrik zur Automatisierung von Prozessen
Die Idealfabrik setzt höchste Standards für Prozesseffizienz, Sauberkeit, Produktionssicherheit, Rentabilität und Ausbaufähigkeit. Ein Backbone zieht sich als Korridor durch die gesamte Anlage und erschliesst die angegliederten Produktions-, Verarbeitungs-, Versorgungs- und Lagerbereiche. Die im Backbone durchlaufenden Material-, Personen- und Medienflüsse sind übereinander angeordnet und strikt voneinander getrennt. Dies ermöglicht einen hohen Automatisierungsgrad und spätere Erweiterungen der Produktion bei laufendem Betrieb, ohne dass das Zonenkonzept angepasst werden muss. Die Medienversorgung ordnen die IE-Planer nicht dem Gebäude zu. Vielmehr behandeln sie diese Systeme als bewegliche Elemente, die allfällige Veränderungen im Maschinenlayout mitvollziehen können. Die Versorgung erfolgt von oben nach unten und lässt sich der Konstellation der Produktionsmittel flexibel anpassen.
3. Mit Reinraum Logistik zu neuer Größe
Für die Entwicklung eines für die Produktion von Injektions- und Infusionssystemen angemessenen Zonenkonzeptes konnten die Planer von IE Plast auf ihre langjährige Erfahrung rund um die Produktion im regulierten GMP-Umfeld und ihr spezifisches Reinraumwissen zurückgreifen. Sie fanden eine Lösung, die die Grösse der kritischen, mit hohen Investitionen verbundenen, Reinraumzone auf ein Minimum reduziert. Um den effizienten Betrieb unter Einhaltung der GMP-Compliance zu gewährleisten, dehnt sich das Zonenkonzept über das ganze Produktionsgebäude inklusive dazugehöriger Zonenübergänge respektive Schleusen aus.
4. Betriebsplanung im Hinblick auf die zukünftigen Herausforderungen
Der Bau des neuen Ypsomed-Produktionswerks auf der grünen Wiese bot den Planern und ihrem Auftraggeber die Freiheit, das Modell der Idealfabrik ohne einschränkende Rahmenbedingungen umzusetzen. Dabei waren von Anfang an die im Masterplan vorgezeichneten zukünftigen Entwicklungsschritte zu berücksichtigen. Die erste Stufe umfasste eine Gebäudefläche von rund 24.000 m² mit Backbone, Produktionshalle, Montage, Verpackungsbereich, Lager und Rohmaterialversorgung. Die Produktion wurde in drei Hallen verteilt, wobei eine Halle eine Reserve bildet, die kurzfristig produktionsbereit gemacht und bei Bedarf mit einem weiteren Reinraum ausgestattet werden kann.

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